Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Mit zunehmendem Alter kommt es natürlicherweise zu Muskelabbau (wissenschaftlich Sarkopenie). Dies führt zu Kraftlosigkeit und Unsicherheit beim Gehen bis hin zu Stürzen und einer verminderten Lebensqualität.
Ebenso besteht eine verminderte Verwertung von Eiweiss. Selbst eine bewusste Proteinzufuhr reicht oft nicht aus, um Muskelmasse und -kraft effektiv zu erhalten. Gleichzeitig verändert sich auch die Struktur des Muskelgewebes grundlegend.
Nicht nur die Muskelzellen selbst altern
Aktuelle Forschung – unter anderem publiziert im renommierten Journal «Nature» – zeigt, dass nicht nur dieMuskelzellen selbst altern, sondern auch ihr strukturelles Umfeld, die sogenannte extrazelluläre Matrix. Diese besteht zu einem grossen Teil aus Collagen und ist entscheidend für Stabilität, Kraftübertragung und Regeneration der Muskulatur. Mit zunehmendem Alter verschlechtern sich diese Wechselwirkungen, und die Regenerationsfähigkeit der Muskulatur nimmt deutlich ab.
Moderne, nicht-invasive Technologien setzen genau hier an: Durch die Kombination von Radiofrequenz (RF) und hochintensiver elektromagnetischer Stimulation (HIFEM) wird das Gewebe gleichzeitig auf mehreren Ebenen aktiviert. Während die Radiofrequenz thermische Prozesse im Gewebe unterstützt, erzeugen elektromagnetische Impulse supramaximale Muskelkontraktionen. Diese intensiven Kontraktionen stimulieren nicht nur Muskelfasern, sondern auch deren strukturelles Umfeld – inklusive collagenreicher Gewebestrukturen. Dadurch können Muskelaufbau, Gewebequalität und neuromuskuläre Ansteuerung gleichzeitig verbessert werden.
Training, Eiweisszufuhr und Gewebe-Qualität
Gerade im höheren Alter ist dies entscheidend: Mehr Muskelkraft, bessere Rumpfstabilität und eine verbesserte Gewebestruktur tragen zu mehr Sicherheit im Alltag, besserer Haltung und reduzierter Sturzgefahr bei. Die Anwendung ist kurz, gut verträglich und erfordert keine Erholungszeit. Die Effekte entwickeln sich über Wochen, da der Körper die Anpassungen selbst umsetzt. Die Behandlung ersetzt nicht das zusätzlich empfohlene regelmässige Ausdauertraining mindestens drei Mal pro Woche, ebenso ist eine Eiweisszufuhr von 1,0 bis 1,5 g pro kg Körpergewicht pro Tag wichtig. Zudem empfiehlt sich eine Messung der wichtigsten Nährstoffe beim Hausarzt – je nach Ernährungsgewohnheiten.
Muskelgesundheit im Alter hängt also nicht nur vom Training oder der Eiweisszufuhr ab, sondern stark von der Qualität des Collagen- und Bindegewebes. Moderne Technologien können hier gezielt ansetzen.
Dr. med. Myriam Wyss Fopp
Fachärztin FMH Dermatologie, Allergologie und klinische Immunologie, Ästhetik- und Laserzentrum
Zürichsee AG