Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
AZ Meilen · Bahnhofstrasse 28 · 8706 Meilen · Telefon 044 923 88 33 · info(at)meileneranzeiger.ch

Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Hohenegg Gespräche zum Thema gestresste Jugendliche

Kinder und Jugendliche leiden zunehmend unter psychischen Problemen. Angst, Depression und Stress nehmen seit Jahren deutlich zu. Neue Studien deuten darauf hin, dass Smartphones dabei eine zentrale Rolle spielen.

Am Dienstag, 17. März ordnen Prof. Dr. Susanne Walitza, Direktorin der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, und Prof. Dr. Gregor Hasler, Psychiater und Neurowissenschaftler, auf Einladung der Meilemer Stiftung Hohenegg die wichtigsten Befunde ein. Sie diskutieren im Museum für Gestaltung, was jetzt konkret hilft.

Wandel seit 20 Jahren

In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren galt die psychische Gesundheit in westlichen Gesellschaften als bemerkenswert stabil. Doch seit Beginn des neuen Jahrtausends zeigt sich ein deutlicher Wandel insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Bereits zwischen 2000 und 2010 nahm das Stresserleben der arbeitenden Schweizer Bevölkerung um rund ein Drittel zu. Internationale Daten zeigen ein ähnliches Bild bei Jugendlichen. Auffällig ist, dass insbesondere Mädchen unmittelbar nach der Pubertät eine frühe Zunahme des gefühlten Stresses zeigen. Diskutierte Gründe sind unter anderem steigende Leistungsideale, belastete soziale Beziehungen und ein zunehmender Materialismus.

Der Einschnitt durch das Smartphone

Ein zeitlich markanter Wendepunkt fällt mit der Einführung des Smartphones zusammen: Erste Vorläufer erschienen 1994, der breite Durchbruch erfolgte ab 2007. Seither zeigen viele Studien eine deutliche Verschlechterung der psychischen Gesundheit von Jugendlichen.

Besonders relevant ist eine pädiatrische Langzeitstudie von 2026, die erstmals kausale Zusammenhänge nahelegt: Smartphones sind demnach nicht nur ein Faktor unter vielen, sondern aktiv an der Entstehung psychischer Probleme beteiligt.

Was verändert sich?

Beobachtet werden als kausale Folge von Smartphone-Besitz mehr internalisierende Störungen (insbesondere Angststörungen und Depression), aber auch eine Zunahme von Notfallkonsultationen und psychiatrischen Behandlungen, eine Verschlechterung des Schlafs und eine Zunahme des Körpergewichts. Auch eine Verschlechterung von ADHS-Symptomen wird diskutiert.

Gleichzeitig stellt sich die Frage: Nehmen die Störungen tatsächlich zu oder auch unsere diagnostischen Konzepte? Begriffe wie Sucht, Trauma, Missbrauch und Stress werden heute breiter verwendet als früher.

Adoleszenz als sensible Phase

Am Hohenegg Gespräch werden diverse Fragen diskutiert, so etwa: Braucht es ein Mindestalter für soziale Medien? Sind Kinder wirklich «antifragil» oder fehlt ihnen heute entscheidende reale Erfahrung? Sollen Eltern ihre Kontrolle im realen Leben reduzieren, dafür in der virtuellen Welt erhöhen? Was können die Schulen tun? Die Politik? Warum sind Mädchen stärker betroffen als Jungen? Welche Rolle spielen elterliche Überwachung, Leistungsdruck und Zukunftsängste?

Ziel des Gesprächs ist nicht Alarmismus, sondern Orientierung zu bieten und Wege aufzuzeigen, wie die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen heute wirksam gestärkt werden kann.

Hohenegg Gespräch, «Ist die heutige Jugend zunehmend gestresst?», 17. März, 19.00 – 21.00 Uhr, Apéro. Anmeldung bis 12. März, Tickets für 30 Franken online unter www.hohenegg-gespraeche.ch. Museum für Gestaltung, Ausstellungsstrasse 60, Zürich.

www.hohenegg.ch/stiftung/

teilen
teilen
teilen
XING
WhatsApp

Weitere aktuelle Artikel in der Kategorie Agenda / Veranstaltungen

Weiterlesen
Weiterlesen
Weiterlesen