Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
AZ Meilen · Bahnhofstrasse 28 · 8706 Meilen · Telefon 044 923 88 33 · info(at)meileneranzeiger.ch

Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Rekordmeldungen bei «Wilde Nachbarn»

Seit 2016 gibt es die Möglichkeit, über die Plattform «Wilde Nachbarn», Tierbeobachtungen für die Region Pfannenstiel zu melden. Im vergangenen Jahr sind erstmals über 1000 Meldungen eingegangen.

[image-legend]

Knapp 200 verschiedene Tierarten wurden gesichtet. Neben der Bestätigung des Vorkommens vieler häufiger Arten gab es auch wieder einige Überraschungen und Funde seltener Arten.

Neue Meldungen seltener Arten

Egal ob Vögel, Säugetiere, Reptilien, Tagfalter oder Insekten: Die Region Pfannenstil bietet vielen einheimischen Tierarten ein Zuhause. Beobachtungen dieser Wildtiere können online auf «Wilde Nachbarn» gemeldet werden. Zu den zehn am häufigsten gemeldeten Arten gehörten letztes Jahr Igel, Turmfalke, Bergmolch, Graureiher, Reh und Mauereidechse.

Auch seltene Arten wurden gesichtet: Bei den Glühwürmchen gab es 2022 zwei neue Meldungen aus dem Lützelseegebiet und dem obersten Wehrenbachtobel (Trichtenhausen). Von beiden Orten war bisher kein Vorkommen bekannt. Das Hermelin wurde regelmässig beobachtet und ist eine anspruchsvolle Zielart des Vernetzungsprojektes Naturnetz Pfannenstil. Erfreulich ist, dass Meldungen ausserhalb der überkommunalen Schutzgebiete fast immer von Flächen stammen, die in Zusammenarbeit mit dem Naturnetz Pfannenstil aufgewertet wurden.

Zudem wurde die auffällige Grosse Blauschwarze Holzbiene aus mehreren Gemeinden gemeldet. Auch aus den bei manchen weniger beliebten Tiergruppen wie den Weichtieren oder den Spinnentieren wurden Artbeobachtungen eingesandt. So etwa von der Hainschnirkelschnecke oder der Gemeinen Tapezierspinne. Nach wie vor treffen jedes Jahr etwa zehn Meldungen zum Feuersalamander aus den Bachtobeln von Küsnacht bis Egg ein. Das ist wichtig zu wissen, da die Bestände in gewissen Regionen Mitteleuropas wegen einer Pilzkrankheit unter grossen Verlusten leiden.

Lokale Naturkenner

Durch eine Aufwertung der Landschaft und einzelner Lebensraumtypen profitieren einheimische Wildtiere, und es wird ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Biodiversität geleistet. Dass sich auch Aufwertungsprojekte im Siedlungsgebiet bei den Schmetterlingen und anderen Tieren «herumsprechen», zeigte sich im Fall des Seniorenheims Wangensbach in Küsnacht. Die Flächen wurden zusammen mit der Gemeinde und dem bewirtschaftenden Landwirt durch das Naturnetz Pfannenstil aufgewertet (Blumenwiesenansaat und Strukturen). Durch eine engagierte Anwohnerin stammen von dort diverse Nachweise anspruchsvoller Arten wie Siebenschläfer, Grünspecht, Himmelblauer Bläuling, Erdkröten und vielen weiteren Arten. Es ist ein Glücksfall für jedes Projekt, wenn ein lokaler Naturkenner ein Gebiet immer wieder besucht und seine Meldungen bekannt gibt.

Entscheidend für die Ausarbeitung neuer Projekte

Obwohl die Daten aus der Bevölkerung nicht systematisch erhoben sind und Fehlbestimmungen nicht gänzlich ausgeschlossen werden können, sind die Daten für das Naturnetz Pfannenstil von unschätzbarem Wert. So ergeben sich immer wieder Nachweise, welche entscheidend für die Ausarbeitung von neuen Teilprojekten sein können.

Jetzt mitmachen: Wildtiere melden, kostenlos eine Fotofalle ausleihen oder einfach nur die schönen Bilder in der Galerie geniessen!

pfannenstil.wildenachbarn.ch

 

Top Ten

Die zehn am häufigsten Gemeldeten Tiearten auf «Wilde Nachbarn» in der Region Pfannenstiel im Jahr 2022.

Tierart Meldungen

Mauereidechse 57

Braunbrustigel 50

Turmfalke 45

Bergmolch 43

Graureiher 38

Reh 36

Goldene Acht (Insekt) 30

Waldbrettspiel (Insekt) 29

Hauhechel-Bläuling 26

Grünspecht 23

teilen
teilen
teilen

Weitere aktuelle Artikel in der Kategorie Kultur / Politik

Weiterlesen
Weiterlesen
Weiterlesen