Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Neulich in Meilen: Weihnachtsbeleuchtung

Neulich sass ich in der Bar und trank ein Bier. «Es ist Advent», meinte Jimmy, als er mir mein Bier zapfte und hinstellte. «Mal ist die Bude voll, mal scheinen alle in Zürich am Shoppen zu sein. Heute ist nicht einmal Roger da.» – «Nun, ich lasse mir mein Bier bei dir trotzdem schmecken!», sagte ich und nahm einen kräftigen Schluck.

Dann fuhr ich fort: «Aber du hast doch bestimmt viele Anlässe, Weihnachtsessen und so weiter.» – «Natürlich. Ich will auch nicht klagen. Nur hier in der Bar ist es sehr unberechenbar.» – «Ich bin gerne in Meilen unterwegs. Gerade jetzt im Advent ist es wunderschön. Wir haben doch mit Abstand die schönste Weihnachtsbeleuchtung, findest du nicht auch?» Jimmy nickte. «Aber es wird Zeit, dass sie ersetzt wird. Die Lämpchen sind doch bereits ziemlich ausgedünnt.» – «Das soll ja nun werden», meinte ich. «Die Gemeindeversammlung hat die Anschaffung einer neuen Beleuchtung beschlossen, nicht wahr?» – «Sogar inklusive Beleuchtung der Linde am Bahnhof und der Bäume am See!» – «Darauf nehme ich noch mal eins», meinte ich, und Jimmy zapfte mir eine weitere Stange. Ich hatte das Glas noch nicht wieder hingestellt, da hörte ich eine Stimme neben mir: «Unsere Weihnachtsbeleuchtung ist einfach wunderschön!» Es war Carla, die sich mit ihren Einkaufstüten neben mich gesetzt hatte. Ein Zeichen genügte, und Jimmy brachte ihr ein Glas Weisswein. «Da bin ich ganz deiner Meinung», erwiderte ich und hielt ihr mein Glas hin. Sie stiess mit dem Ihrigen dagegen. «Weisst du, ich hasse eigentlich die dunkle Jahreszeit. Die schlägt mir echt aufs Gemüt. Und wenn ich dann die Dorfstrasse entlanggehe, dann hellt sich meine Stimmung spürbar auf.» – «Das glaub ich dir sofort. So eine Beleuchtung ist nicht ‘nur’ schön, sondern hat auch einen positiven Effekt auf die Seele.» Und so plauderten wir über die Lichter im Advent, die Freuden der Vorweihnachtszeit und so weiter. Schliesslich bezahlte ich und meinte zu Jimmy: «Bis nächste Woche!» und er antwortete: «Bis in einer Woche.» Ich trat in die Nacht hinaus, schlug den Kragen hoch und lenkte meine Schritte zur Dorfstrasse. Dort liess ich mir diese vielen Sterne gefallen. Und dachte bei mir: Sie ist nicht gratis, diese Weihnachtsbeleuchtung. Aber das ist gut investiertes Geld.

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